Ihr Ratgeber für Sichtschutz im Garten
Sichtschutz-Wiki

Sichtschutz im Garten

Welcher Sichtschutz zu einem Garten passt, hängt von drei Faktoren ab: wie schnell er blickdicht sein muss, wie viel Pflege er verursachen darf und was er kosten soll. Wer sofort Privatsphäre will, greift zu Zaun oder Sichtschutzelement. Wer einen lebendigen Garten möchte, pflanzt eine Hecke — und wartet zwei bis vier Jahre, bis sie blickdicht ist.

Dieses Wiki deckt alle gängigen Varianten ab: feste Konstruktionen aus Holz, WPC oder Metall, gewachsene Hecken und Kletterpflanzen, flexible Aufstell-Systeme für Terrasse und Balkon, Glas- und Folienlösungen sowie Kombinationen daraus. Zu jeder Lösung gibt es Vor- und Nachteile, typische Kosten und konkrete Pflanzen- oder Produktempfehlungen.

Gartenszene mit vier Sichtschutzarten nebeneinander: geschnittene Hecke, anthrazitfarbener Sichtschutzzaun, Gabionenwand und beranktes Rankgitter, davor ein Staudenbeet mit Ziergräsern und eine Sitzgruppe
Natürlicher Sichtschutz
Fester Sichtschutz
Mobiler Sichtschutz
Kombinierte Lösungen

Sichtschutz-Finder

Welcher Sichtschutz passt zu Ihrem Garten? Stellen Sie Länge, Budget und Ansprüche ein — die Vorschläge aktualisieren sich sofort. Ökologisch wertvolle Lösungen stehen oben.

Ansprüche an den Sichtschutz
30 LösungenPreise: Material bzw. Pflanzen, ohne Montage.
  • Hainbuchenhecke

    300 €–1.000 € für 20 m

    Heimisch, robust, hält braunes Laub über weite Teile des Winters.

    im Winter licht · blickdicht nach 2–4 Jahren · Pflege 3/5 · ökologisch wertvoll

    Belegt: 50 Schmetterlingsarten (BfN/Lepidat)

  • Buchenhecke

    300 €–1.000 € für 20 m

    Ökologisch die wertvollste Hecke; braucht aber durchlässigen, staunässefreien Boden.

    im Winter licht · blickdicht nach 2–4 Jahren · Pflege 3/5 · ökologisch wertvoll · rohe Bucheckern gering giftig, für Hecken ohne Belang

    Belegt: 68 Schmetterlingsarten (BfN/Lepidat) — der höchste Wert unter den Heckenarten

  • Weißdorn-Hecke

    300 €–1.000 € für 20 m

    Heimisch, dornig (Zutrittsschutz) und ein hervorragendes Vogelnistgehölz — im Winter kahl.

    im Winter licht · blickdicht nach 2–4 Jahren · Pflege 2/5 · ökologisch wertvoll

    Belegt: „hervorragendes Vogelnistgehölz“, von Bienen und Schmetterlingen besucht (LfL)

  • Haselnuss-Hecke (freiwachsend)

    300 €–900 € für 20 m

    Heimischer Großstrauch mit der frühesten Blüte im Februar — braucht Platz und taugt nicht als Formhecke.

    im Winter licht · blickdicht nach 2–4 Jahren · Pflege 2/5 · ökologisch wertvoll

    Belegt: 65 Schmetterlingsarten (BfN/Lepidat)

  • Lebender Weidenzaun (Sal-Weide)

    400 €–1.600 € für 20 m

    Geflochtene Ruten, die austreiben: aus dem Zaun wird eine lebende Wand — braucht Feuchte und jährlichen Schnitt.

    im Winter licht · blickdicht nach 1–3 Jahren · Pflege 3/5 · ökologisch wertvoll

    Belegt: Sal-Weide: 103 Falterarten (BfN/Lepidat) — der höchste Wert auf dieser Website

  • Wildrosen-Hecke (Hunds-Rose)

    200 €–800 € für 20 m

    Heimisch, ungiftig, Hagebutten bis in den Winter — wächst sperrig-dornig und braucht Platz.

    im Winter licht · blickdicht nach 2–4 Jahren · Pflege 2/5 · ökologisch wertvoll

    Belegt: 10 Schmetterlingsarten (BfN/Lepidat); ungiftig (GIZ Bonn)

  • Feld-Ahorn-Hecke

    300 €–1.000 € für 20 m

    Heimisch und durch Herzwurzeln windfest — laut LfL auch für Windschutzhecken geeignet.

    im Winter licht · blickdicht nach 2–4 Jahren · Pflege 3/5 · ökologisch wertvoll

    Belegt: 23 Schmetterlingsarten (BfN/Lepidat); „bedeutende Nährpflanze für Wildbienen“ (LfL)

  • Wolliger Schneeball

    300 €–900 € für 20 m

    Dicht verzweigter heimischer Großstrauch — wächst langsam, dafür fast ohne Schnittbedarf.

    im Winter licht · blickdicht nach 3–6 Jahren · Pflege 1/5 · ökologisch wertvoll · Beeren giftig (LfL)

    Belegt: 7 Falterarten; „gutes Vogelschutzgehölz“, Beeren hängen bis in den Winter (LfL)

  • Liguster-Hecke

    400 €–1.200 € für 20 m

    Heimisch, anspruchslos, Heckensorten wintergrün — die beste Allround-Hecke.

    ganzjährig blickdicht · blickdicht nach 2–4 Jahren · Pflege 3/5 · ökologisch wertvoll · gering giftig; bis zu 5 Beeren i. d. R. problemlos

    Belegt: 20 Schmetterlingsarten (BfN/Lepidat)

  • Waldrebe (Clematis vitalba)

    400 €–1.200 € für 20 m

    Die heimische Wildart unter den Clematis: sehr wüchsig — nichts für kleine Rankgitter.

    im Winter licht · blickdicht nach 1–3 Jahren · Pflege 2/5 · ökologisch wertvoll · keine Einstufung in den Giftdatenbanken

    Belegt: 32 Falterarten, mehrere ausschließlich auf sie angewiesen (BfN/Lepidat)

  • Efeu am Rankgitter

    500 €–1.600 € für 20 m

    Immergrün, heimisch, braucht kaum Fläche — und blüht als eine der letzten Nahrungsquellen im Herbst.

    ganzjährig blickdicht · blickdicht nach 2–4 Jahren · Pflege 2/5 · ökologisch wertvoll · gering giftig bis giftig (Giftzentrale Bonn)

    Belegt: späte Nektarquelle Sept.–Nov.; Efeu-Seidenbiene ist auf ihn angewiesen (NABU)

  • Berberitzen-Hecke

    300 €–900 € für 20 m

    Dichte, dornige Niedrighecke — hält Tiere und Abkürzungen auf, bleibt aber unter Augenhöhe.

    im Winter licht · blickdicht nach 2–4 Jahren · Pflege 2/5 · Giftigkeit nicht eingestuft

    Belegt: heimische Art: 10 Falterarten; für die rote Handelssorte ist keine verzeichnet (BfN/Lepidat)

  • Sanddorn

    300 €–900 € für 20 m

    Dornige Barriere für magere, vollsonnige Standorte — ganz blickdicht wird er nie, Ausläufer einplanen.

    im Winter licht · blickdicht nach 2–4 Jahren · Pflege 2/5

    Belegt: 7 Falterarten (BfN/Lepidat); Beeren als Winternahrung

  • Geißblatt am Rankgitter

    400 €–1.200 € für 20 m

    Heimischer Schlinger mit Abendduft — zwei Arten für zwei Böden (kalkmeidend oder kalkhold).

    im Winter licht · blickdicht nach 2–4 Jahren · Pflege 2/5 · Giftigkeit nicht eingestuft

    Belegt: 7 Falterarten als Raupenfutter; Blüten auf Nachtfalter ausgerichtet (BfN/Lepidat)

  • Eibenhecke

    800 €–3.000 € für 20 m

    Einzige heimische immergrüne Heckennadelpflanze — schattenfest, langlebig, aber giftig und langsam.

    ganzjährig blickdicht · blickdicht nach 4–8 Jahren · Pflege 2/5 · giftig bis sehr giftig; für Pferde tödlich

    Belegt: keine Lepidat-Daten; roter Arillus ist Vogelnahrung (NABU)

  • Bambus- oder Schilfmatten

    160 €–600 € für 20 m

    Die günstigste Lösung überhaupt: schnell montiert, aber nur wenige Jahre haltbar.

    ganzjährig blickdicht · sofort fertig · Pflege 2/5

  • Bambus

    800 €–3.000 € für 20 m

    Schnell, immergrün, exotische Optik — ausläuferbildende Arten brauchen zwingend eine Rhizomsperre.

    ganzjährig blickdicht · blickdicht nach 1–3 Jahren · Pflege 3/5

  • Gabionen (Steinkörbe)

    2.400 €–6.000 € für 20 m

    Sehr massiv und dauerhaft — aber schwer, teuer und aufwendig zu setzen.

    ganzjährig blickdicht · sofort fertig · Pflege 1/5

  • Steinmauer

    4.000 €–12.000 € für 20 m

    Die dauerhafteste Lösung überhaupt — braucht Fundament und meist einen Fachbetrieb.

    ganzjährig blickdicht · sofort fertig · Pflege 1/5

    Belegt: als Trockenmauer Lebensraum für Eidechsen und Wildbienen

  • Thuja-Hecke (Lebensbaum)

    400 €–1.400 € für 20 m

    Günstig und dicht — bietet Bienen und Vögeln laut LWG jedoch keine Nahrung.

    ganzjährig blickdicht · blickdicht nach 3–5 Jahren · Pflege 2/5 · giftig (Giftzentrale Bonn), Uni Zürich „sehr stark giftig“

    Belegt: „bietet für Bienen und Vögel keine Nahrung“ (LWG Bayern)

  • Doppelstabmattenzaun mit Sichtschutzstreifen

    500 €–900 € für 20 m

    Stabiler Zaun, Sichtschutz über eingezogene Streifen — günstig und nachrüstbar.

    ganzjährig blickdicht · sofort fertig · Pflege 1/5

  • Kirschlorbeer-Hecke

    500 €–1.800 € für 20 m

    Schnell und blickdicht — ökologisch aber die schlechteste Wahl, in der Schweiz verboten.

    ganzjährig blickdicht · blickdicht nach 2–4 Jahren · Pflege 3/5 · alle Pflanzenteile giftig, Einstufung „gering giftig“

    Belegt: keine Art als Futterpflanze verzeichnet (BfN/Lepidat); BfN-Handlungsliste

  • Freistehender Sichtschutz (Paravent, Steckzaun)

    600 €–2.400 € für 20 m

    Ohne Fundament, jederzeit versetzbar — ideal zur Miete oder für Teilbereiche.

    ganzjährig blickdicht · sofort fertig · Pflege 2/5

  • Palisaden

    700 €–2.400 € für 20 m

    Rustikaler Charakter, auch als Hangbefestigung; Höhe frei staffelbar.

    ganzjährig blickdicht · sofort fertig · Pflege 2/5

  • Sichtschutzzaun aus Holz

    900 €–1.900 € für 20 m

    Der Klassiker: sofort blickdicht, große Auswahl, aber regelmäßige Pflege nötig.

    ganzjährig blickdicht · sofort fertig · Pflege 3/5

  • HPL-Sichtschutz

    1.600 €–3.000 € für 20 m

    Verpresste Platten: völlig pflegefrei und formstabil — teuer, am Ende nicht recycelbar.

    ganzjährig blickdicht · sofort fertig · Pflege 1/5

  • PVC-Sichtschutzzaun

    2.400 €–5.100 € für 20 m

    Wartungsfrei und sofort dicht, optisch aber deutlich als Kunststoff erkennbar.

    ganzjährig blickdicht · sofort fertig · Pflege 1/5

  • WPC-Sichtschutzzaun

    3.000 €–3.800 € für 20 m

    Holz-Kunststoff-Verbund: sofort dicht und sehr pflegearm, dafür teurer.

    ganzjährig blickdicht · sofort fertig · Pflege 1/5

  • Alu-Sichtschutzzaun

    3.500 €–8.700 € für 20 m

    Langlebig und wartungsfrei, dafür teuer in der Anschaffung.

    ganzjährig blickdicht · sofort fertig · Pflege 1/5

  • Glas-Sichtschutz (satiniert)

    4.000 €–8.000 € für 20 m

    Blickdicht und trotzdem lichtdurchlässig — ideal, wo keine Wand stehen soll; Reinigung einplanen.

    ganzjährig blickdicht · sofort fertig · Pflege 2/5

Die Preisspannen nennen Material bzw. Pflanzen, ohne Montage — dieselbe Grundlage wie die Tabellen auf den verlinkten Seiten, damit hier und dort dieselben Zahlen stehen. Der Aufbau durch einen Fachbetrieb kostet bei Zäunen je nach Aufwand grob 40–100 € je laufenden Meter zusätzlich. Es sind redaktionelle Einschätzungen des üblichen Marktniveaus (Stand 08/2026) und ausdrücklich keine Angebote — Ausführung und Region verändern sie erheblich. Die Ökologie-Angaben stützen sich dagegen auf geprüfte Quellen (Bundesamt für Naturschutz, Giftinformationszentren); Näheres steht auf der jeweiligen Seite unter „Einzelnachweise“.

Alle Hauptkategorien

Fünf Wege, einen Garten abzuschirmen. Jede Karte führt in die Unterthemen und von dort auf die Detailseiten.

Was die fünf Wege unterscheidet

Haltbarkeit, Aufwand und der Punkt, an dem die Entscheidung meistens hängt.

Fester Sichtschutz

Zäune, Palisaden und Sichtschutzelemente stehen sofort — kein Warten auf Wachstum. Wie lange, hängt am Material: Holz 10–15 Jahre, WPC 20–25, Aluminium über 30. Bei Palisaden kommt der Erdkontakt dazu, der die Rechnung verschiebt.

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Anthrazitfarbener Sichtschutzzaun aus großen glatten Platten mit schmalen Fugen, davor ein Staudenbeet

Flexibler & Mobiler Sichtschutz

Bambusmatten, Sichtschutzrollos und freistehende Stellwände lassen sich ohne Werkzeug aufstellen — ideal für Mieter oder wer die Terrasse je nach Sonnenstand abschirmen will. Haltbarkeit 3 bis 8 Jahre, Preis ab ca. 20 € pro Laufmeter.

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Ausgezogene Seitenmarkise mit dunkelgrauem Tuch als Sichtschutz neben einer Terrassen-Sitzgruppe

Glas- und Folien-Sichtschutz

Milchglas und mattierte Folien sind die teuerste, aber wartungsärmste Option. Sie lassen Licht durch, schirmen aber zuverlässig Blicke ab — ohne dass etwas wächst, verrottet oder sich schief neigt. Welche Glasart nötig ist, entscheidet nicht der Haushalt, sondern die Einbausituation: Sichert die Scheibe eine Höhe ab, gelten Bauvorschriften — frei stehend im Garten nicht.

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Satinierte Glaswände in Edelstahlhaltern am Rand einer erhöhten Terrasse, davor ein Korbsessel und ein Holztisch

Kombinierter Sichtschutz

Wer Zaun und Hecke kombiniert, bekommt sofort Blickschutz (Zaun) und wächst mittelfristig in Richtung Naturoptik (Hecke). Beliebt auch: Gabionen mit aufgesetzten Rankpflanzen — stabil, attraktiv, langlebig.

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Kombination aus Gabionenwand, dunkler Lamellenwand und berankter Fläche in einer durchgehenden Abgrenzung

Natürlicher Sichtschutz

Hecken, Bambus und Kletterpflanzen kosten wenig, brauchen aber Zeit. Fargesia (Bambus) ist in 2 bis 3 Jahren blickdicht und hält ohne Rhizomsperre — im Gegensatz zu Phyllostachys, der sich unkontrolliert ausbreitet. Eine Hainbuchen- oder Ligusterhecke schließt sich nach 2 bis 4 Jahren, wenn man mit 40 bis 80 cm großen Pflanzen im Abstand von 30–50 cm startet.

Natürlicher Sichtschutz punktet dort, wo andere Lösungen versagen: Er verbessert das Mikroklima, bietet Insekten und Vögeln Lebensraum und kostet im Betrieb fast nichts. Der Nachteil ist der Zeitfaktor — und dass er im Winter je nach Art weniger dicht ist.

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Hohe, dicht geschnittene Laubhecke als Grundstücksgrenze, davor Rasen und ein Beet mit Hortensien

Welcher Sichtschutz passt zu Ihnen?

Die Wahl hängt an drei Fragen: Wie schnell muss es dicht sein, wie viel Pflege wollen Sie leisten — und soll der Sichtschutz auch Tieren nützen?

ArtSofort blickdichtIm Winter dichtÖkologischer WertAufwand
Fester SichtschutzjajakeinerMontage, dann wenig
Heckenein (2–4 Jahre)je nach Arthoch — Buche 68 Schmetterlingsarten[1]Schnitt 1–2× jährlich
Büsche & Sträuchernein (2–4 Jahre)meist nichthoch — Hasel 65 Arten[2]gering, gelegentlich auslichten
Kletterpflanzennein (2–4 Jahre)bei Efeu jahochRankhilfe, regelmäßig schneiden
Flexibel & mobiljajakeinergering, aber kürzere Haltbarkeit
Kombinationja (durch das Element)jahoch (durch die Pflanzen)zwei Systeme zu pflegen
  • Fester Sichtschutzsofort
  • Flexibel & mobilsofort
  • Kombinationsofort
  • Kletterpflanzen2–3 Jahre
  • Hecke2–4 Jahre
  • Büsche & Sträucher2–4 Jahre
Wie lange es dauert, bis die Lösung wirklich abschirmt. Der Balken beginnt dort, wo die Wirkung frühestens einsetzt. Bei den Pflanzungen sind das Erfahrungswerte für übliche Pflanzgrößen — größere Ware verkürzt die Wartezeit und kostet entsprechend mehr. Die Kombination erkauft sich das „sofort“ durch das feste Element; die Bepflanzung wächst in den Jahren danach hinein.
Die Schmetterlingszahlen stammen aus der Datenbank des Bundesamts für Naturschutz und sind untereinander vergleichbar. Die übrigen Spalten sind redaktionelle Einschätzungen nach gängiger Garten- und Landschaftsbau-Praxis. Stand: 08/2026.

Die Faustregel: Wer sofort Sichtschutz braucht, kommt an einem festen oder mobilen Element nicht vorbei. Wer Geduld hat, bekommt mit Hecke oder Sträuchern deutlich mehr für sein Geld — ökologisch wie optisch. Wer beides will, kombiniert: Das Element wirkt sofort, die Bepflanzung wächst hinein. Der Sichtschutz-Finder oben auf dieser Seite filtert nach Ihren Kriterien.

Bei Pflanzen lohnt der genaue Blick

Zwischen zwei Heckenpflanzen, die im Gartencenter nebeneinander stehen, können Welten liegen. Die Zahlen des Bundesamts für Naturschutz machen das messbar:

  • Die Buche wird von 68 Schmetterlingsarten genutzt[1], die Hasel von 65[2].
  • Beim heimischen Liguster sind es 20[3].
  • Beim Kirschlorbeer — einer der meistverkauften Heckenpflanzen — keine einzige[4]. In der Schweiz ist sein Verkauf seit September 2024 verboten[7].
  • Die Thuja „bietet für Bienen und Vögel keine Nahrung“[5].

Alle Zahlen stammen aus derselben Datenbank und sind deshalb direkt vergleichbar. Sie sagen nichts darüber aus, wie gut eine Pflanze als Sichtschutz funktioniert — aber viel darüber, was Ihr Garten darüber hinaus leistet.

Und ein Sicherheitshinweis: Viele immergrüne Heckenpflanzen sind giftig. Bei der Eibe liegt die tödliche Dosis für Pferde bei nur 0,2–0,4 g Nadeln je Kilogramm Körpergewicht[6] — an Weiden gehört sie nicht. Auf jeder Artenseite steht die Einstufung der Giftinformationszentren.

Grenzabstand: vor dem Pflanzen klären

Wie nah an die Grundstücksgrenze Hecke oder Zaun dürfen, regelt jedes Bundesland selbst — die Pflanzabstände im Nachbarrechtsgesetz, die genehmigungsfreie Zaunhöhe in der Landesbauordnung. Drei Länder (Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern) haben gar kein Nachbarrechtsgesetz; dort gilt das BGB.

Weil ein nachträglich versetzter Zaun oder eine zu dicht gepflanzte Hecke teuer wird, lohnt der Blick vorher: Grenzabstände und Zaunhöhen in allen 16 Bundesländern — mit Gesetz, Paragraph und amtlicher Quelle.

Bundesweit gilt außerdem: Ein radikaler Heckenschnitt ist zum Schutz brütender Vögel nur vom 1. Oktober bis Ende Februar erlaubt (§ 39 Abs. 5 BNatSchG). Form- und Pflegeschnitte bleiben ganzjährig zulässig.

Wie diese Seite arbeitet

Angaben zu Pflanzen kursieren im Netz oft ungeprüft weiter. Wir gehen anders vor: Kritische Aussagen — ökologischer Wert, Giftigkeit, Invasivität, Rechtliches — werden gegen institutionelle Quellen geprüft: Bundesamt für Naturschutz, Giftinformationszentren, Landesanstalten für Landwirtschaft und Gartenbau, amtliche Landesrecht-Portale.

Was sich nicht belegen lässt, steht als solches da. Auf mehreren Seiten finden Sie Sätze wie „in keiner zulässigen Quelle belegbar“ — etwa bei den überall genannten Rhizomsperren-Maßen für Bambus oder bei Winterhärte-Angaben in Grad Celsius. Wir nennen solche Werte als gängige Praxis, nicht als Fakt.

Jede geprüfte Seite trägt Fußnoten und am Ende einen Abschnitt Einzelnachweise mit Quelle und Abrufdatum. Ein Prüfskript kontrolliert regelmäßig, dass keine dieser Quellen ins Leere führt. Fehler gefunden? Schreiben Sie uns — Korrekturen sind ausdrücklich erwünscht.

Einzelnachweise

Die mit Ziffern markierten Angaben auf dieser Seite sind an folgende Quellen gebunden. Ausführlichere Nachweise stehen jeweils auf der Seite zur einzelnen Art.

  1. FloraWeb/Lepidat — Schmetterlingsfutterpflanze Fagus sylvatica: 68 Arten — Bundesamt für Naturschutz (BfN). Quelle (abgerufen 2026-07-31)
  2. FloraWeb — Schmetterlingsfutterpflanze Corylus avellana (65 Arten) — Bundesamt für Naturschutz (BfN). Quelle (abgerufen 2026-07-30)
  3. FloraWeb/Lepidat — Schmetterlingsfutterpflanze Ligustrum vulgare: 20 Arten (u. a. Ligustereule) — Bundesamt für Naturschutz (BfN). Quelle (abgerufen 2026-07-30)
  4. FloraWeb/Lepidat — Abfrage Prunus laurocerasus: keine Art als Futterpflanze verzeichnet (die Datenbank meldet „Keine Informationen“) — Bundesamt für Naturschutz (BfN). Quelle (abgerufen 2026-07-30)
  5. Naturnahe Alternativen zur Thujahecke — „Thuja … bietet für Bienen und Vögel keine Nahrung“ (01.02.2023) — Bayerische Gartenakademie / Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG). Quelle (abgerufen 2026-07-30)
  6. CliniTox Pflanzengifte: Taxus baccata — „sehr stark giftig +++“; tödliche Dosis Pferd 0,2–0,4 g Nadeln/kg, Rind 2,0 g/kg; Taxin B; Tod innerhalb weniger Minuten möglich — Institut für Veterinärpharmakologie und -toxikologie, Universität Zürich (Schweiz). Quelle (abgerufen 2026-07-31)
  7. Änderung im Umgang mit invasiven gebietsfremden Pflanzen — Freisetzungsverordnung Anhang 2.2; Verkaufs-/Abgabeverbot für Kirschlorbeer seit 1. September 2024 — Bundesamt für Umwelt (BAFU), Schweizerische Eidgenossenschaft. Quelle (abgerufen 2026-07-30)

Häufige Fragen

Welcher Sichtschutz ist am einfachsten selbst anzubringen?

Bambusmatten an einem vorhandenen Zaun oder freistehende Sichtschutzrollos lassen sich ohne Handwerker in einer Stunde aufstellen.

Was ist der günstigste Sichtschutz für den Garten?

Bambusmatten am Zaun ab 8 €/lm sind die günstigste Option. Natürliche Hecken aus Samen sind noch billiger, brauchen aber 5–10 Jahre.

Wie viel Sichtschutz brauche ich wirklich?

Entscheidend ist die Augenhöhe (ca. 1,60–1,70 m). Ab 1,80 m Zaunhöhe sitzt man vollständig abgeschirmt — auch auf erhöhter Terrasse.